24.09.2020

review aus dem OX von kalle stille zur schieres entsetzen platte:

Exakt das meine ich mit d-r-e-c-k-i-g und angepisst, wenn ich an anderer Stelle bemängele, dass es an technischem Können nicht fehlt, dafür aber an echter Angepisstheit und dem gewissen Etwas, das man mit noch so viel musikalischer Finesse niemals kompensieren kann. BRACKWASSER KNIPP ist immer noch ein Soloprojekt von jemandem, der seine Freunde nicht in den Übungsraum lässt, weil sie sonst nur alles anfassen, verschmutzen oder das Bier im Unverstand wegsaufen, ohne auch nur einen einzigen brauchbaren Ton beizutragen. Der Schlagzeuger von 100000 TONNEN KRUPPSTAHL rührt hier an Bass, Gitarre, Schlagwerk und Gesang einen unheiligen Brei aus Noise, Doom, Finsternis, Sludge, schwarzgefärbtem Metal und noch mehr Noiserock zusammen, der sich gewaschen hat. Fröhlich ist das exakte Gegenteil, unbeschwert kannst Du morgen haben, heute dafür aber jede Menge Prügel in die wacklige Kauleiste. Warum man so ein Monster 2018 einspielt, die Aufnahmen zwei Jahre rumliegen lässt, um sie erst jetzt rauszubringen, wird mir nie einleuchten, andererseits passt dieser Sound zur aktuellen Zeit wie Arsch auf Eimer. Bei flüchtigem Hinhören könnte man das für stumpfes Geprügel halten, entdeckt aber schnell, wie komplex das eigentlich ist, was hier an manchen Stellen vor allem vom Schlagzeug abgefeuert wird. Tonnenschweres Brett.